Category: Textsatz


Ich bin gerade beim Lesen von LaTeX Hacks (Hack #95 ff.) auf eine sehr mächtige integrierte Entwicklungsumgebung für LaTeX gestoßen. Es handelt sich dabei um den Texteditor Emacs in Kombination mit AUCTeX. Diese Möglichkeit stellt meiner Ansicht nach das obere Ende der Fahnenstange bezüglichen dessen dar, wie man seine LaTeX Dokumente verwirklichen kann. Die Macht von einem Textsatzsystem wie LaTeX zusammen mit einem Betriebssystem, das auch als Editor benutzt werden kann (emacs^^). Würde mich nicht wundern, wenn sich in den Dokumentationen auch ein Befehl „Weltherrschaft“ finden ließe …
Für jemand der weiß, dass er über die Nächsten zehn Jahre öfter komplexe Dokumente erstellen wird, für den dürfte sich die Einarbeitung in die unzähligen Tastenkürzel (von emacs selbst und auch von AUCTeX) vermutlich lohnen.
Da ich aber mit Vim mit oder ohne kile sehr zufrieden bin, werde ich mir das Umsteigen aufgrund der „steilen“ Lernkurve sparen. Jetzt wo ich schon Vim einigermaßen beherrsche …
Nachdem ich gesehen habe, was ein geübter Anwender mit emacs und AUCTeX alles vollbringen kann, habe ich mir auch mal kurz angesehen zu was Vim wenn vernünftig konfiguriert so alles imstande ist und siehe da, ein Umstieg ist absolut überflüssig. Für Vim gibt es eine Reihe von ebenbürtigen Erweiterungen. Ich vertrete also nach wie vor die Vim Front …

Ich versuche, wann immer möglich, meinen Quellcode von den hier veröffentlichten Dokumenten bereitzustellen. Dazu habe ich mir überlegt, dass ich einfach die Quelldateien mit in das erzeugte PDF einbauen könnte. Hierfür nutze ich das Paket attachfile. Auf diese Weise sind keine größeren Änderungen in meinen Arbeitsabläufen nötig. Ich muss nur einmal definieren, welche Quelldateien ich anhängen möchte. Die Dateien lassen sich dann beispielsweise mit pdftk $file.pdf unpack_files oder mit Programmen wie Adobe Reader extrahieren.

Ob Quelldateien eingebunden sind, steht in einer Tabelle (Informationen zu den Quelldateien) im Anhang.

Älterer Quellcode ist natürlich nicht meinem aktuellen Programmierstil angepasst. Das würde ich heute alles etwas anders machen (was ich wahrscheinlich in einem Jahr auch über meinen jetzigen Quellcode sagen würde).

Den Quellcode, den ich in allen Dokumenten verwende, also meine Pakete, werde ich später noch veröffentlichen.
Damit sollte klar sein, dass sich aus dem bislang eingebeteten Quellcode nicht einfach ein PDF erzeugen lässt, das genau gleich aussieht, wie meines. Ich integriere zurzeit nur den Quellcode zu den Inhalten. Dinge wie die Präambel sind in der Regel nicht eingebunden.

Ein Grund für mich meinen LaTeX-Quellcode freizugeben, ist die einfache Weiterverwendung und Abwandlung der mit TikZ erstellten Grafiken (bitte nach Möglichkeiten meine verwendete Lizenz beachten). Außerdem möchte ich das Nachschauen von Implementierungen vereinfachen. (Aus leidvoller Erfahrung: Man findet in irgendwelchen LaTeX-Dokumenten schöne Lösungen für Probleme, kann aber nicht nachschauen, wie diese umgesetzt wurden.)

Alles fing irgendwann im April 2010 an, als ich den Vortrag LaTeX – Das Multitalent von Jens Kubieziel sah. Ich war von der scheinbar unbegrenzten Freiheit, die einem die Makroprogrammiersprache und die vielen Pakete bieten, begeistert (ich weiß gar nicht ob ich damals schon die beiden sehr empfehlenswerten Podcasts CRE127 TeX und LaTeX und CRE080 Geschichte der Typographie gehört habe, es ist aber durchaus wahrscheinlich …). Also wollte ich es mal Testen und kam auf die Idee, dass ich ja mal Epochenhefte damit schreiben könnte. Dies tat ich dann auch und war eigentlich auch ganz zufrieden mit den ersten Ergebnissen.

Mit der Zeit habe ich dann immer mehr Probleme behoben, die mich gestört haben. Außerdem hab ich mich noch ein bisschen mit Typografie beschäftigt, was meiner Meinung nach nur eine Frage der Zeit ist, wenn man sich mit dem Textsatzsystem LaTeX beschäftigt. Ich habe mir irgendwann auch mal einen Großteil der Pakete angeschaut, die bei TeX Live dabei waren und bin auf viele interessante Dinge gestoßen …

Direkt nach meinem ersten Dokument habe ich mir mal ein paar Vorlagen erstellt und alle Makros, die ich definiert habe in extra Dateien (heute Pakete, die im lokalen Texmf-Baum liegen) angelegt. Somit ist es mir möglich, wenn ich für ein Problem eine Lösung gefunden habe, dieses im Idealfall nur an einer Stelle zu korrigieren und dann für alle Dokumente nur noch make auszuführen.

Zur Übung habe ich mir dann auch noch Makros geschrieben die Statistiken über die Dokumente Erstellen. Diese sind jeweils am Ende eines Dokumentes zu finden.

Ende 2010 kam dann noch das verteilte Versionskontrollsystem Git hinzu.

Zurzeit benutze ich pdflatex (also eigentlich pdftex) aus der aktuellen TeX Live Distribution. Als Editor beziehungsweise IDE benutzte ich Kile mit dem integrierten Editor vim. Zusätzlich noch ein paar Shellskripte und Makefiles um das Ganze abzurunden.

Möglicherweise werde ich Mittelfristig auf LuaTeX umsteigen, wenn das Projekt aus der 0.x Beta Fasse entwachsen ist und mikrotypografische Erweiterungen unterstützt. Bis dahin geht nichts über das gute alte LaTeX …

Ach ja, wer bei dem Titel „Meine Anfänge mit LaTeX bis heute“ etwas anders erwartet hat, der sollte sich noch mal anschauen, wie ich LaTeX geschrieben habe („T“ und „X“ groß geschrieben). Dies werde ich in diesem Blog so beibehalten, um Mehrdeutigkeiten zu vermeiden. Übrigens wird LaTeX und Latex auch unterschiedlich ausgesprochen (bei TeX und bei LaTeX wird das „X“ als „ch“ gesprochen). Also wenn ich hier mal über Latex schreibe, dann in dieser Schreibweise.

Hallo Welt,

Ich habe schon länger überlegt einen Blog zu eröffnen, um mal ein paar Dinge öffentlich zugänglich zu machen, die schon länger darauf gewartet haben. Anfang des Jahres 2012 bin ich endlich dazu gekommen, anzufangen.

Aufgrund meines persönlichen Interesses wird es hier wohl vorwiegend über Technik und so Zeug gehen …

Das „Te(ch|X)“ im Titel des Blogs „Just another Te(ch|X) Blog“ ist ein regulärer Ausdruck wie man ihn bei Programmen wie grep oder Programmiersprachen, wie Perl verwendet. Dieser Ausdruck matcht auf Tech als auch auf TeX. Mit TeX und LaTeX beschäftige ich mich nun schon seit April 2010. Allerdings benutze ich nicht plain TeX, sondern derzeit LaTeX. Somit ist der Titel TeX möglicherweise etwas irreführend. Obwohl TeX und LaTeX gerne mal als Synonyme benutzt werden, was sie nicht sind. Außerdem benutzen heute wohl die wenigsten plain TeX. So wie Donald Knuth, der es dazu benutzt wozu er es geschaffen hat nähmlich um seine Bücher zu setzen. Oder man sieht TeX als Herausforderung, wie bei diesem Neujahrsgruß bei dem Brian Blackmore eine Lösung für das Problem der Türme von Hanoi in TeX gehackt hat. Daran erkennt man auch warum so wenige plain TeX benutzen …

Ich gehe momentan noch auf die Waldorfschule Balingen in Klasse 12 und werde hier wohl auch manches aus meinem Schulalltag berichten. Zudem schreibe ich seit dem 19 April 2010 einige ausgewählte Epochen (für die, die mit der Unterrichtsweise nicht vertraut sind, verweise ich hier mal auf die Wikipedia) mit Computer mit. Diese Dokumente werde ich in den nächsten Wochen in einzelnen Blog Beiträgen veröffentlichen.

Ich werde diesen Blog hauptsächlich auf Deutsch führen und versuchen sogenanntes Denglisch zu vermeiden, auch wenn dies, besonders in der IT teils schwer möglich ist … (siehe „matcht“ in diesem Beitrag).

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